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Die BZF-Prüfung

Alle Flugunkzeugnisse, so auch das Beschränkt gültige Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst (BZF), werden von der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, kurz Bundesnetzagentur (BNetzA) ausgestellt. Prüfungen sind regelmäßig an fünf Standorten möglich, die über ganz Deutschland verteilt sind:

– Berlin
– Bremen
– Eschborn
– München
– Köln
– Reutlingen

Die Prüfungsgebühr für eine Vollprüfung beträgt derzeit (Juni 2019) je nach Zeugnisart 80 bis 95 Euro, Wiederholungsprüfungen 56 bis 83 Euro. Bei einer Wiederholung richtet sich der Preis danach, welche Prüfungsteile wiederholt werden müssen. Die Gebühren sind eigenständig mit der Anmeldung zu entrichten.

Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt schriftlich über ein Antragsformular, in dem auch Terminwünsche und Abwesenheit (z.B. wegen einer Urlaubsreise) angegeben werden können. Der Anmeldung müssen eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses sowie ein Nachweis über die Überweisung der Prüfungsgebühr (z.B. durch Überweisungsauftrag) beigelegt werden. Der verbindliche Termin wird dem Prüfling schriftlich mitgeteilt.

Die Prüfung erfolgt durch einen Vorsitzer und einen Beisitzer. Beim Vorsitzenden handelt es sich um einen Mitarbeiter der Bundesnetzagentur, beim Beisitzer in der Regel um einen Fluglotsen der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH. Die Prüfer entscheiden, in welcher Reihenfolge die Prüfungsteile abgelegt werden.

Auf der Webseite der Bundesnetzagentur können der Anmeldebogen sowie die Fragenkataloge für die verschiedenen theoretischen Prüfungen heruntergeladen werden.

Theoretischer Teil

Im theoretischen Teil der Prüfung muss der Prüfling innerhalb von 60 Minuten 100 Multiple-Choice-Fragen beantworten, von denen mindestens 75 Fragen korrekt beantwortet werden müssen. Der Fragenkatalog für das BZF umfasst insgesamt 260 Fragen. Mit den Fragen werden jeweils vier Antwortmöglichkeiten vorgeschlagen, von denen immer nur eine richtig ist.

Der Katalog enthält Fragen zu rechtlichen Grundlagen, Betriebsverfahren sowie zur Anwendung von Not- und Dringlichkeitsverfahren. Zudem sind Aufgaben zur Funknavigation enthalten, da das BZF auch zur Bedienung von entsprechenden Empfangsanlagen an Bord von Luftfahrzeugen berechtigt. Für das BZF I sowie das BZF II sind die Fragen auf Deutsch, beim BZF E werden englische Fragen gestellt.

Praktischer Teil

Der praktische Teil besteht aus einer Simulation verschiedener Flugfunkverfahren und für Bewerber auf das BZF I zusätzlich aus einem kleinen Englischtest.

Simulation

Bei der „Flugfunksimulation“ handelt es sich sicherlich um den anspruchsvollsten Teil der gesamten BZF-Prüfung, der auch am meisten Vorbereitung bedarf.

Simuliert werden auf jeden Fall ein An- und ein Abflug, gegebenenfalls auch ein Notverfahren. Der Beisitzer spielt dabei den Roll- beziehungsweise Towerlotsen, die Prüflinge Piloten in Flugzeugen. Das Rollenspiel erfolgt als mündliche Prüfung, zu der Anflugkarten und eventuell weitere Informationen (z.B. Rufzeichen und Flugzeugmuster) ausgeteilt werden. In der Regel erfolgt die Prüfung aller Bewerber zusammen, wobei sich jedoch die einzelnen Prüflinge gedanklich an verschiedenen Airports befinden können.

Anwärter auf das BZF I werden aufgefordert eines der Verfahren in englischer Sprache durchzuführen. Das andere Verfahren wird dann auf Deutsch durchgeführt. Prüflinge, die das BZF II erwerben möchten, sprechen nur Deutsch, für das BZF E wird nur auf Englisch „gefunkt“.

Häufig endet die Prüfung mit der Landefreigabe, da die Kommunikation mit der Rollkontrolle (Ground) ja bereits vor dem Start einmal geprüft wurde. Auch in der Realität ist es gerade an kleinen Flughäfen durchaus üblich, dass man nach der Landung nicht gebeten wird, die Rollkontrolle zu rufen. Stattdessen bekommt man häufig eine knappe Rollanweisung vom Towerlotsen übermittelt.

Übersetzung

Für den Englischtest bekommt jeder Prüfling einen englischsprachlichen Auszug aus einer luftrechtlichen Veröffentlichung ausgeteilt. Das kann beispielsweise ein Auszug aus dem Luftfahrthandbuch (AIP) sein. Der Prüfling wird gebeten, einige Zeilen des Textes laut vorzulesen und anschließend zu übersetzen. Dabei kommt es nicht darauf an, die amtliche Übersetzung wiederzugeben. Vielmehr soll der Bewerber zeigen, dass er der englischen Sprache grundsätzlich mächtig ist und den Inhalt des Textes richtig versteht.

Diese Übersetzungsaufgabe ist nicht zu verwechseln mit dem ICAO-Language-Proficiency-Check. Dieser muss in einer weiteren Prüfung bestanden werden, wenn man als Luftfahrzeugführer tatsächlich auf Englisch funken möchte.