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Eins, zwo, drei

Ein Aspekt der praktischen BZF-Prüfung, der sich mit einer App nur schwer üben lässt, ist die korrekte Aussprache von Zahlen im Flugfunk. Hier gibt es einige Unterschiede zur normalen Alltagssprache. In der Regel braucht man eine Weile, bis man sich an die Regeln gewöhnt hat.

Im deutschen Funk

Damit zwei und drei im Funk zweifelsfrei unterscheidbar sind, sagt man im Flugfunk niemals zwei, sondern stattdessen immer nur zwo. Drei hingegen ganz normal. Das ist für viele Anfänger eine ziemliche Umgewöhnung.

Als Prüfling kann man erwarten, dass die Prüfer in der Funkprüfung zumindest eine Strichliste führen, in der sie die versehentliche Verwendung von zwei festhalten. Anschließend werden sie sicherlich auf die Fehltritte aufmerksam machen. Wenn diese nicht in der Summe mit anderen Schwierigkeiten sogar eine Wiederholungsprüfung zur Folge haben.

Ganz nebenbei bemerkt ist zwo aber auch z.B. beim Durchgeben von Nummern am Telefon sehr hilfreich, weswegen man sicherlich nicht bereuen wird, es sich angewöhnt zu haben.

Im englischen Funk

Im Englischen ist es vor allem das th, das der besseren Verständlichkeit halber weggekürzt wurde. Da viele nicht englischsprachige Probleme mit der korrekten Aussprache des th haben, lassen es einfach alle weg. Zumindest offiziell, denn Engländer, Amerikaner, usw. sprechen es in der Regel dennoch aus – schließlich haben sie es drauf…

So kommt es, dass aus three (drei) tri wird und aus thousand tausend. An nine (neun) wird ein r gehängt, wodurch es zu niner wird.

Für geübte Englischsprecher sind Formulierungen wie one tausend tri houndred feet zwar anfänglich genauso gewöhnungsbedürftig wie die Verwendung von zwo im Deutschen. Doch wird es sehr schnell Normalität.

Zahlen zu Ziffern

Ein weiterer Unterschied besteht in der Aussprache von Zahlen im Allgemeinen und betrifft den deutschen wie den englischen Funk gleichermaßen.

Wie im obigen Beispiel (1300 ft) werden Flughöhen natürlich ausgesprochen. Außerdem wird bei Höhen auf Hunderter gerundet. Das QNH, der Luftdruck, hingegen wird als einzelne Ziffern vorgelesen: Q-N-H 1-0-1-3. Genauso wie die vierstelligen Transpondercodes.

Auch Pisten und Steuerkurse müssen als Ziffernfolgen ausgesprochen werden. Pisten haben dabei immer zwei und Steuerkurse (Headings) immer drei Stellen: Steuerkurs 092 auf Piste 09. An Steuerkurse wird kein „Grad“ angehängt. Zu beachten ist auch, dass es keinen Steuerkurs 000 gibt. Dieser wird immer als 360 gelesen.

Frequenzen haben vor und nach dem Komma immer drei Stellen. Das Komma wird auf Deutsch als Komma und im Englischen als decimal gelesen. Nur wenn nach der ersten Nachkommastelle nur noch Nullen folgen (z.B. 120.300), dürfen die Nullen verschwiegen werden.