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Wer ist eigentlich dieser Wilco?

Ab und an kann man sowohl im deutsch- als auch im englischsprachigen Flugfunk einen seltsamen Ausdruck hören: wilco. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Namen! Zwar ist Wilko (groß und mit „k“) die norddeutsche Variante des männlichen Vornamens Wilhelm. Mit wilco (klein und mit „c“) hingegen ist die Abkürzung des englischen Begriffs „will comply“ gemeint, was so viel wie „werde befolgen“ bedeutet.

Der Ausdruck wilco kann als Ersatz für das Zurücklesen einer kompletten Nachricht verwendet werden, wenn immer die empfangene Nachricht nicht vollständig zurückgelesen werden muss. Daher findet wilco vor allem bei Übermittelungen der Form „Melden Sie …“ Verwendung. Denn Freigaben und Frequenzen beispielsweise müssen immer zurückgelesen werden.

Die Anweisung „When ready, contact tower on frequency 120.325“ kann also nicht mit einem kurzen „Wilco!“ bestätigt werden. Stattdessen muss die Nachricht mit der korrekten Frequenz zurückgelesen werden.

Anders sieht es zum Beispiel mit einem einfachen „Report ready for departure“ aus. Diese Anweisung kann mit wilco bestätigt werden, da weder eine Freigabe, noch eine Frequenz oder ähnliches enthalten sind. Der Pilot teilt dem Fluglotsen durch wilco mit, dass die Nachricht verstanden wurde und zu gegebener Zeit dementsprechend gehandelt wird.

Somit kann der Gebrauch dieses kurzen Wortes sehr nützlich sein. Das Problem dabei: Man muss die Anweisung wirklich verstanden haben! Der Lotse hat bei einem schlichten „Wilco!“ keine Möglichkeit, Fehler zu korrigieren. Ist man sich unsicher, sollte die Anweisung so wie man sie verstanden hat zurückgelesen werden.

Vermutlich aus diesem Grund hört man wilco in der Praxis auch von den Profis in den Verkehrsflugzeugen eher selten. Die Prüfer in der BZF-Prüfung jedoch freut es, wenn Bewerber die damit verbundenen Regeln kennen und korrekt anwenden.